Ohne Einsatz vor Ort geht es nicht!

Was wurde geleistet?

Im November 2017 wurde bei unserem letzten Besuch vor Ort der Bau eines weiteren Klassenraumes begonnen, der komplette Neubau einer Toilettenanlage geplant und ebenso begonnen.
Die Krankenstation wurde mit mitgebrachten Medikamenten und Arbeitsmaterial unterstützt und der örtliche Schreiner erhielt einen „Großauftrag“ zu Fertigung von weiteren 50 Schulbänken.

Wir berichteten darüber.

Aber wie geht das eigentlich alles? Und wie weit sind wir nun nach dem Beginn der Maßnahmen in Mwembe Tsungo gekommen. Was fanden wir nun im März vor und was konnte wieder in der kurzen Zeit gemacht werden?

Die kurze Zeit vor Ort setzt gründliche Vorbereitungen vor der Reise voraus um in Kenia möglichst viel erreichen zu können. Wir haben natürlich vor Ort zwei ehrenamtliche kenianische Helfer mit denen wir vertrauensvoll zusammen arbeiten. (Diese beiden Helfer hatten wir auch schon vorgestellt.) Aber es zeigt sich immer wieder, dass wir selbst für die kleineren Projekte immer wieder (bestenfalls zweimal im Jahr – wie in der Vergangenheit auch geschehen) im Dorf sein müssen.
Die Mitnahme von medizinischem Material konnten wir bisher durch das Buchen von Flügen mit Fluggesellschaften (wie Ethiopian Airlines), die die kostenlose Mitnahme von jeweils zwei Gepäckstücken mit je 25 kg pro Person zulassen, gewährleisten. Da wir die Reisen ja selbst finanzieren, sind wir auf günstige Flüge mit maximaler Auslastung angewiesen.
Am Zoll in Kenia kamen immer wieder Fragen zu den „Mitbringseln“ auf. Sie ließen sich allerdings bis jetzt über unsere Erklärungen zum Hilfsprojekt ohne Kosten in Kenia einführen.

Den im November 2017 begonnen Bauarbeiten an dem Klassenraum und der Toilettenanlage gingen teilweise anstrengende Verhandlungen mit dem örtlichen Bauunternehmer voraus. Hierbei musste genau besprochen werden, was dieser an Baumaterial bringen muß und er musste abschätzen wie viele Arbeitsstunden für den Bau erforderlich sind. Das genaue Abstecken der Leistungen verläuft nicht wie in Deutschland mit der Anfertigung von exakten Angeboten, sondern wird mündlich und nur teilweise schriftlich verhandelt. Der Nachweis erfolgt natürlich auf Rechnungen/Quittungen und wird von uns und über unsere Helfer vor Ort penibel kontrolliert.

So war nach Abflug im November aber auch klar, dass verschiedene Leistungen noch nicht beauftragt werden konnten, die nun im März dieses Jahres neu und zusätzlich verhandelt wurden um eine endgültige Fertigstellung zu erreichen. Hierbei sind natürlich auch unsere vorhandenen Finanzmittel im Auge zu behalten. Die anfallenden Kosten stehen zwar in keinem Vergleich zu den Kosten die wir aus Deutschland kennen, dennoch bemerken wir aber auch eine Kostensteigerung in Kenia. Diese wird auch dadurch ausgelöst, dass wir im Ort Mwembe Tsungo und in der direkten Umgebung die „Wirtschaft ankurbeln“.
Dies muß man allerdings auch positiv bewerten, da die Arbeit und damit der Lohn durch uns, einigen Familien einen Verdienst beschert, den sie vorher nicht hatten. Die Armut ist hier sehr groß.

Die Toilettenanlage hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr in Betrieb gehen können, ist sie allerdings nicht. Es fehlten noch die Türen und es wurden nun noch um die Eingänge des Toilettenhauses zusätzliche Schutzwände gebaut. In diesem Bereich wird auch das Dach bis über diese Wände verlängert, damit in den starken Regenzeiten kein zusätzliches Wasser in die neu gegrabene Fäkaliengrube läuft.

Mit dem Einbau der Fenster und Türen in den Klassenraum können nun auch die neuen Schulbänke im Raum verbleiben und müssen nicht jeden Tag zum Schutz vor Diebstahl weggeräumt werden.

Interessant ist auch, dass mit dem Mitbringen der Fußbälle für die Kinder sich nun ein „Ballwart“ etabliert hat. Er sorgt nun dafür, dass die Bälle immer wieder eingesammelt werden und auch am nächsten Tag wieder zur Verfügung stehen.

Die Schule ist in den letzten zwei bis drei Jahren stark gewachsen und von anfänglich sieben Lehrern sind es nun dank staatlicher, kenianischer Hilfe ca. 14 Lehrer. Die Schule steht in einem landesweiten Ranking ziemlich weit oben, worauf wir alle stolz sein können, da wir doch maßgeblich daran beteiligt sind. Mit der Zunahme der Schüler- und damit Lehrerzahlen ist der sehr kleine Lehrerraum (wir würden Lehrerzimmerchen dazu sagen) viel zu klein. Hier besteht der Wunsch nach einem größeren Raum, was nach Absprache mit den Verantwortlichen durchaus verständlich ist.
Wir werden sehen, ob wir dies in einem nächsten Schritt angehen können.

Bei unserem Besuch im März gab es auch zahlreiche Gespräche mit den Verantwortlichen der Krankenstation.

Als wir dort mit unserem Projekt anfingen, gab es einen Arzt und eine Krankenschwester. Die gibt es natürlich immer noch. Medizinisches Material und Medikamente gab es fast keine. Das Gesundheitssystem bzw. die medizinische Versorgung vor Ort funktioniert anders als bei uns. Bestimmte Medikamente z.B. zur Malariabekämpfung gibt es im Überfluss, dafür keine Antibiotika oder einfache Hilfsmittel zur Wundversorgung.

Durch unsere Hilfe hat sich erfreulicherweise die Krankenstation gut etabliert. Dies bedeutet aber auch wiederum, dass diese Krankenstation, die wie eine hausärztliche Praxis bei uns für die Erstversorgung zuständig ist, immer größeren Zulauf erhält.

Bei uns in Deutschland gibt es für Geburten Hebammen und Krankenhäuser. In Kenia und natürlich auch in Mwembe Tsungo erhält man Geburtshilfe in dieser Krankenstation. Die Wege bis in die nächsten vorhandenen Krankenhäuser sind für die meisten Menschen unerreichbar.
So kamen bei unserem vorletzten Besuch im November 2017 die Verantwortlichen der Krankenstation mit der Bitte auf uns zu, den vorhandenen Bau zu erweitern. Im März nun, wurden die ersten Pläne hierzu geschmiedet. So soll direkt neben der vorhandenen Krankenstation ein weiteres kleines Gebäude mit zwei Räumen entstehen. Ein Raum für die Geburten und ein Raum als Laborraum. Diesen beiden Räumen vorgelagert eine überdachte Veranda als Wartebereich mit fest installierten Bänken. Somit können die Schwangeren von den anderen Kranken getrennt und mit mehr Ruhe versorgt und behandelt werden.
Dieses Gebäude soll auch etwas „komfortabler“ und damit hygienischer ausgebildet sein. Hier stellt man sich vor Ort verglaste Fenster, einen Fliesenboden und glatte abwaschbare Wände vor. Dies wird allerdings für uns noch eine große Herausforderung werden, da unsere finanziellen Mittel begrenzt sind und wir nun über neue Aktionen zu weiteren Finanzhilfen kommen müssen.

Der Plan ist grob gemacht und es gibt auch schon erste Ausarbeitungen für ein Konzept mit Preisen. Hier sei auch erwähnt, dass wir uns vor Ort nicht nur in Mwembe Tsungo bewegen, sondern auch gerade beim letzten Besuch im März weiteren Kontakt zu einer anderen Krankenstation geknüpft haben. Hier ergeben sich durch Gespräche mit anderen Ärzten und Verantwortlichen Informationen und Hilfestellungen die wir für uns nutzen können.

Je öfter wir vor Ort sind, desto mehr lernen wir neue Menschen kennen, die uns wiederum auch für die Beschaffung von Material gute Quellen vor Ort zeigen können.

So haben wir ein Geschäft in Mtwapa gefunden, das Schulmaterialien wie Bücher oder Hefte verkauft. Dort gab es im März Zirkelkästen „im Angebot“. So haben wir 60 dieser Zirkelkästen kaufen und an die Schule bringen können.

Damit wir solche Arbeitsmaterialien kaufen und unsere Projekte weiterführen können brauchen wir ihre Hilfe.

Hier sind alle Spender, Mitglieder und Helfer unseres Vereins gefragt uns weiter zu unterstützen und mit zu helfen, dass wir die angedachten Projekte vor Ort umsetzen können.

In diesem Zusammenhang möchte ich wieder auf zwei Termine hinweisen:

  • Expedition Afrika des Kindergartens und der Grundschule Wiltingen mit einem großen Abschlusstag des Projektes am 09. Mai 2018 im Kindergarten in Wiltingen. (Siehe extra Bericht)
  • Großes Benefizkonzert mit der Liveband „Die Lehmanns“ am 16. Juni auf dem Galgenberg in Wiltingen

Für ihre Unterstützung bedanken wir uns bereits jetzt und hoffen auf einen regen Besuch der Veranstaltungen.

Und noch ein Termin:

Die nächste Fahrt nach Mwembe Tsungo steht von Ende Oktober bis Anfang November 2018 an.
Wer Interesse hat einmal mitzufahren und helfen möchte kann sich gerne bei uns melden. Dies sollte allerdings in den nächsten Wochen erfolgen, damit die Flüge und Unterkünfte zeitnah gebucht werden können. Die Reisekosten übernimmt jeder Mitreisende persönlich.

Die Bänke

 

Diese Bänke aus Holz sind in allen Schulen gleich und bestehen aus einem Tisch und einer an den Tisch befestigten Bank.

Diese Kombination ist immer für zwei Schüler gedacht.

Für eine Spende von 50 Euro können diese Bänke in Auftrag gegeben werden.

Das vordere Kopfbrett kann auf Wunsch mit einer Gravur des Spenders versehen werden.

Leider schleichen sich schon einmal „kleine“ Schreibfehler ein.

So wurde aus
„AC Wiltingen 1965 e.V.“
ein HC ……..
Das lässt sich aber gut korrigieren!

 

Das Toilettenhaus

So wurde das Toilettenhaus im November/Dezember 2017 fertig gestellt.

Dieses steht über der Grube, hat nun eine Bodenplatte mit je einem Loch
(französische WC-Anlage) und war noch unverputzt und ohne Türen……

Um das Gebäude herum Fundamentaushub für die noch zu bauenden Schutzwände…..

Alle Mörtel zum Verputzen und Mauermörtel werden vor Ort am Boden angemischt.

Betonmischer gibt es keine, dafür bräuchte man z.B. Strom!

So langsam wird es ……..

Mit einfachem Handwerkszeug wird verputzt.

Ganz wie bei uns in Deutschland, grob mit Mörtel vorwerfen und dann mit dem Scheid abziehen und mit dem Brett abreiben.
Ergebnis: glatte gerade Wände!

Auf der Wiese werden die Türzargen aus Holz zusammengebaut und dann vor dem Verputz im Mauerwerk eingebaut.

Hier der Einbau der Zargen in die Wand.

Na, das sieht doch ganz passabel aus!

Nur:

Das Dach ist zu kurz!

So würde das Regenwasser in den Umgang und damit dann in das Gebäude und in die Grube laufen. Das Dach muß vergrößert werden.

Schöne glatte Wände und ein sauberer Boden.

Und hier:

Die Toilette!!!!

 

 

 

Der Klassenraum

Diese  Bilder erklären sich eigentlich von selbst.

Hier wird der im November und Dezember neu errichtete Klassenraum ebenso verputzt.

Die Fenster sind gesetzt und zunächst werden die Pfeilervorlagen verputzt.

An der Seite sind die Männer mit dem Verputzen der Giebelflächen beschäftigt

Hier nochmal ein Blick auf die sogenannten Fenster.

Diese sind nicht wie bei uns mit Glasfensterflügel versehen.

Das Klima lässt eine dauerhafte Öffnung zu.

Der Bauunternehmer bringt das Baumaterial mit dem LKW vor Ort und die Bauarbeiter mischen sich die Mörtel auf dem Boden passend. Dann wird fleißig verputzt.

 

 

Zum Schutz vor Einbruch und Tieren werden in die Holzrahmen Eisenstangen eingelassen.

Die Krankenstation

Gemeinsames Essen mit den Verantwortliches

der Dispensary (Krankenstation)

 

 

 

 

……So sieht der Wartebereich der
 bestehenden Krankenstation aus

 

 

 

 

Unser neu zu errichtendes Gebäude für die Versorgung der Schwangeren soll im Wartebereich ähnlich aussehen.

Mit dem neuen Bauunternehmer wird hier auch schon einmal Maß genommen und geplant.

Fussball

Und wer den Bericht aufmerksam gelesen hat, der weiß jetzt auch wer und was diese Bilder bedeuten:

 

 

 

 

 

Ja, das sind die neuen gesponderten Fußbälle der Fussball Freunde mit dem neuen Fußballwart!!!

 

 

 

 

 

In der Nähe immer ein paar Kinder die sehnsüchtig darauf warten die Bälle nutzen zu können.

Matratzen im Busch

 

Wer läuft denn dort durch den Busch?

 

 

 

 

 

Wir unterstützen vor Ort ein paar Familien, sozusagen als Paten.

Hier fehlten der Familie Matratzen die wir dann nach Kauf in der Nähe von Mombasa nun durch den Busch zu der Hütte brachten.

 

 

 

Die Freude darüber war natürlich riesen groß.

Teilweise teilen sich mehrere Familienmitglieder eine einzige Matratze.

 

 

 

Hier ein schattiges Plätzchen vor der Hütte…..

Die Hühner

Im vergangenen Jahr hatten wir ein paar Hühner angeschafft.

Darüber waren die Familien vor Ort sehr glücklich.

Ein Teil der Hühner „verschwand“ allerdings…..

Diese waren angeblich krank und wären gestorben….sagte man uns.

Wir gehen davon aus, dass diese eher im Kochtopf gelandet waren.

 

 

 

Aber zum Glück, siehe da, Mutter Natur hat dafür gesorgt das sich bei den verbliebenen Hühnern tatsächlich Nachwuchs einstellte.

 

 

 

 

Hoffentlich werden daraus nicht nur Hähne……

Schule

So sieht es aus, wenn sich die Schüler in der Pause in ihren Schuluniformen auf dem „Pausenhof“ versammeln…..

Schuluniformen sind Pflicht.

Viele Familien können aber das Geld für eine Schuluniform nicht aufbringen.

Das wird eine Zeit lang geduldet, dann aber müssen die Kinder die Uniformen tragen oder werden vom Unterricht ausgeschlossen.

Hier der Laden in dem es entsprechende Schulbücher und sonstiges Schulmaterial zu kaufen gibt.
Dieser Laden ist gut sortiert.
Wir kauften ein paar Fachbücher

Krankenzimmer

Hier noch einmal ein Blick in unsere Krankenstation.

In das Behandlungszimmer.

Hier die Verteilung und Erläuterung der Medikamente die wir in unseren Zweitkoffern mitgebracht hatten.

Natürlich auch mit
fachkundiger Erläuterung durch
H. Arno Bauschert.